Der in Österreich unter Hausarrest stehende Oligarch Dmytro Firtasch hat heute einen öffentlichen Auftritt. Laut einem Glavkom-Korrespondenten erschien der Milliardär überraschend auf der Konferenz „Die Ukraine in Europa: Frieden und Entwicklung“, die heute in Wien stattfindet. Die Veranstaltung wird vom Deutsch-Ukrainischen Forum organisiert.
Zu den Konferenzgästen aus der Ukraine zählen die ehemaligen Präsidenten Wiktor Juschtschenko und Leonid Krawtschuk, Vizepremier Wolodymyr Hrojsman, ein Mitglied der Top Ten des Poroschenko-Blocks, Präsidentenberaterin Maryna Stawnijtschuk und der Gouverneur von Donezk, Serhij Taruta. Nach Angaben der Organisatoren des Runden Tisches wird auch der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko heute Abend erwartet. Der Pressedienst des Bürgermeisters bestätigte gegenüber Glavkom, dass er sich derzeit in Österreich aufhält.

Unter den Gästen der Veranstaltung, die derzeit im Konferenzsaal der Wiener Hofburg stattfindet, sind auch einige Bekannte von Janukowitsch, darunter Firtaschs Partner und Freund, der ehemalige Energieminister Jurij Bojko.
Zur Erinnerung: Im März dieses Jahres nahm die österreichische Polizei Dmitri Firtasch aufgrund eines Haftbefehls eines US-Gerichts auf Ersuchen des FBI fest. Ihm wurde unter anderem Bestechung und die Gründung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Den Ermittlern zufolge zahlte die von Firtasch angeführte Gruppe ab 2006 Bestechungsgelder in Höhe von mindestens 18,5 Millionen Dollar, um Lizenzen für den Abbau titanhaltiger Rohstoffe im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh zu erhalten. Im Falle einer Verurteilung droht Firtasch nicht nur eine lange Haftstrafe, sondern möglicherweise auch die Beschlagnahmung sämtlicher Vermögenswerte.
Firtasch und seine Partner unterlagen dem US-amerikanischen Foreign Corrupt Practices Act (FCPA), der auch außerhalb der USA Gültigkeit hat.

Ein Auslieferungsverfahren wurde eingeleitet, der Oligarch befindet sich jedoch weiterhin in Wien. Zudem wurde Firtasch gegen eine Kaution von 125 Millionen Euro freigelassen.
Während er auf seinen Prozess wartet, verspricht der Oligarch, in das Land zurückzukehren und arbeitet aktiv daran, nicht nur die amerikanische Gerichtsbarkeit anzufechten, sondern auch die Haltlosigkeit der gegen ihn erhobenen Anschuldigungen zu beweisen.
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