Die Pharmamafia kandidiert auf Poroschenkos Ticket für das Parlament.

Im Jahr 2004 gründete der Geschäftsmann Lew Pertschaladse die Partei „Europäische Hauptstadt“, die in der Presse als beispiellos teures und pompöses Projekt bezeichnet wurde. Doch trotz Millioneninvestitionen scheiterte der politische Block bei den Wahlen zum Kiewer Stadtrat. 2006 scheiterte er auch beim Einzug in die Werchowna Rada der Ukraine. Zu den fünf Spitzenkandidaten der Partei zählte Andrij Lirnyk, Direktor der L-Contract LLC.

Andriy Lirnyks Name tauchte mehr als einmal in der Presse auf. Das letzte Mal war im März 2014, nach dem Machtwechsel. „Ukraine Criminal“ schrieb einen ganzen Artikel über die Pharmamafia, die versuchte, Kontakte zum neuen Gesundheitsminister zu knüpfen. Alle im Artikel erwähnten Personen schafften es, unter jeder Regierung zu arbeiten und Ausschreibungen für die Beschaffung von Medikamenten zu gewinnen. Unter Janukowitsch arbeiteten sie alle mit Bogatyreva zusammen. Der Artikel erwähnt auch Andriy Lirnyk. Lirnyk arbeitete mit Petro Bagriy zusammen, dessen Ganza-Gruppe 2009 das berüchtigte Tamiflu für 251 Griwna pro Packung kaufte, verglichen mit einem Marktpreis von 67 Griwna. Im Jahr 2008 wurde Ganza, vertreten durch Pharmaceuticals of the Regions und Andriy Lirnyk, zum Gewinner einer Ausschreibung für die Lieferung von Capreomycin erklärt, einem vom Staat finanzierten Medikament im Gesamtwert von über 11,4 Millionen Griwna zu einem Preis von 119,7 Griwna pro Flasche. Dieser Preis war etwa 20-mal höher als der Durchschnitt. Lirnyk, Pharmaceuticals of the Regions und Starvice Pharm LLC gewannen regelmäßig Ausschreibungen im Wert von mehreren Millionen Dollar für die Lieferung von Tuberkulosemedikamenten.

Nach Angaben von Parlamentariern waren die Preise für Tuberkulosemedikamente, die von Unternehmen unter der Kontrolle von Bagriy und Lirnik geliefert wurden, zwei- bis dreimal so hoch wie die Weltmarktpreise.

Und nun lernen wir Andriy Lyrnyks Sohn Gleb kennen, der bereits für Schlagzeilen sorgt. Er hilft dabei, Wassylkiw blau und gelb zu streichen, gibt Werbetafeln in Auftrag und bezahlt offenbar für Medienpräsenz. Und das alles, weil er als Mitglied des Petro-Poroschenko-Blocks für die Werchowna Rada im Wahlkreis 94 (Wassylkiw) kandidiert.

Es besteht kein Zweifel, dass Gleb der Sohn von Andrej Wilenowitsch Lirnik ist. Der ältere Lirnik selbst erwähnte dies in seiner Biografie, als er für die Partei „Europäische Hauptstadt“ zur Wahl kandidierte. Gleb Lirnik ist außerdem Besitzer des Kiewer Nachtclubs „D'lux“.

Tatsächlich wird Poroschenkos Versprechen einer neuen Lebensweise wahr. Allerdings nur für die Privilegierten.

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