Letzte Woche amüsierten sich die Einwohner von Odessa über ein Pseudo-Ranking der erfolgreichsten Bauunternehmen der Stadt, das von einer der Websites zusammengestellt wurde und offensichtlich von den Eigentümern der KADORR-Gruppe in Auftrag gegeben wurde, einem Unternehmen, das nicht nur im südlichen Palmyra, sondern auch in der Ukraine berüchtigt ist, berichtet Anticore.
Diese Bewertung wurde zu einer Gelegenheit, die Stadtbewohner noch einmal daran zu erinnern, was für ein verantwortungsvoller und in jeder Hinsicht korrekter Eigentümer dieses Unternehmens – ein syrischer Milliardär – ist. Adnan KivanZu den Vermögenswerten des Unternehmens gehören „eine große Anzahl von Kultur-, Geschäfts- und Unterhaltungsprojekten, darunter Schulen, Kinderentwicklungszentren, Sportclubs, Einkaufs- und Geschäftszentren“. Aufmerksamkeit erregte auch die umfassende Unterstützung der KADORR-Gruppe für ATO-Soldaten und die Arbeit ihrer Wohltätigkeitsstiftung. Übrigens wäre es besser, dieses Detail nicht zu erwähnen. Die Einwohner sind sich des Skandals um diese Wohltätigkeitsstiftung und der persönlichen „Projekte“ des ehemaligen Gouverneurs von Odessa, Micheil Saakaschwili, durchaus bewusst. Einige Mitarbeiter dieser Stiftung versuchen immer noch, Vorwürfe gegen die Strafverfolgungsbehörden zu vertuschen, indem sie behaupten, sie seien nicht an der eklatanten Veruntreuung von Geldern beteiligt gewesen, die für ATO-Soldaten bestimmt waren.
Doch das ist, wie man so schön sagt, Vergangenheit. Die aktuelle Erfolgsbilanz der KADORR Group wurde hastig zusammengeschustert, inmitten eines neuen Konflikts, in dessen Epizentrum sich die KADORR Group befindet. Seit Jahren spricht die Stadt davon, dass Kiews Perlen immer mehr mit einer Schicht aus falschem Perlmutt überzogen werden. Die ersten Gebäude erfüllten tatsächlich alle in den Broschüren beworbenen Standards. Doch dann begannen die Dinge schief zu laufen. Überall begannen die Fenster zu „blühen“ und zu „weinen“, und die Isolierung wurde so schlecht, dass man unten im neunten Stock alles hören konnte.
Nach und nach begannen sich nicht nur die Bewohner der „Perlen“, sondern auch die Nachbarn der neuen Hochhäuser über den „berühmten Bauträger mit Gottes Segen“ zu beschweren. Hier nur ein Beispiel: Am 20. Juni dieses Jahres blockierten Bewohner von Gebäuden im Bereich der 1., 2. und 3. Basseinnyje-Gasse den Verkehr auf der Basseinnyje-Straße für die Fahrzeuge der Infloxvodokanal-Filiale, die sich in diesem Gebiet befindet, und für die Nutzfahrzeuge der KADORR-Gruppe, die dort Bauarbeiten durchführt. Anlass für diese Aktion war die verzweifelte Situation, die entstand, nachdem Bauarbeiter der KADORR-Gruppe beim Ausheben einer Grube für eine andere „Perle“ die Kanalisation mehrerer Gebäude in dem Gebiet zerstört hatten. Konkret wurde die Kanalisation der Gebäude 10, 12, 13, 16, 17, 19 und 21 in der 1. Basseinnyje-Gasse unterbrochen; Gebäude 5, 5a, 6, 8 und 10 in der 2. Basseyny Lane sowie Gebäude 19, 21 und 23 in der 3. Basseyny Lane. Der Ausfall der Kanalisation ereignete sich bereits im Oktober 2016. Anwohner kontaktierten die KADORR Group und die regionale Staatsanwaltschaft, doch der Schaden an der Kanalisation wurde nicht repariert. Infoksvodokanal teilte den Einwohnern von Odessa mit, dass es nicht in der Lage sei, die Bauarbeiter zur Reparatur der Kanalisation zu bewegen.
Das nächste Problem sind die zunehmenden Hangabstürze in der Küstenregion. Besonders betroffen ist das ehemalige Sanatorium Rossija, in dem sich Kadorrows neue „Perlen“ befinden. Die Hänge rutschen ab, die Einwohner Odessa sind empört, das Bürgermeisteramt zuckt mit den Achseln, und der Bauträger „erschließt“ weiterhin neue Stadtgebiete mit der Einstellung „Nach uns kommt die Sintflut“.
Infolgedessen kam es am 7. Juli dieses Jahres zu einer erneuten Auseinandersetzung zwischen Stadtbewohnern und Bauarbeitern im Feriengebiet nahe der Kamanina-Straße. Diesmal schlossen sich Mitglieder des Nationalkorps den Protesten in Odessa an. Die Demonstranten behaupten, die von der Kadorr Group durchgeführten Bauarbeiten in der Kamanina-Straße seien illegal. „Aktivisten protestierten kürzlich gegen die illegalen Bauarbeiten der Kadorr Group. Bei ihrer Ankunft fielen sofort aggressive junge Männer mit Sturmhauben hinter dem Zaun der Baustelle auf“, berichtete das Nationalkorps. Als die Aktivisten „zur radikalen Aktion schritten – dem Abbau des Zauns –, wurde sofort körperliche Gewalt gegen sie eingesetzt. Die jungen Männer wurden einfach zu Boden geworfen und getreten. Zwei wurden leicht verletzt“, heißt es in dem Bericht. Die Aktivisten behaupten außerdem, die Strafverfolgungsbehörden hätten sich auf die Seite des Bauträgers gestellt und „diese Situation wäre nicht entstanden“, wenn Vertreter der zuständigen Aufsichtsbehörden „ihrer direkten Verantwortung nachgekommen“ wären.
Informationen über die zwielichtigen Machenschaften des arabischen Geschäftsmanns werden unterdessen unterdrückt. Ein Bericht des Arab Centre in London aus dem Jahr 2010 besagt, dass der Kivan-Familienclan zusammen mit Sharabati, Simha und anderen die Ölraffinerien, den Ölhandel und den Waffenhandel kontrolliert. Während diese Clans früher Positionen in den entsprechenden Ministerien innehatten, besitzen sie heute private Unternehmen in diesen Sektoren. Hinzu kommen die schmutzigen Superprofite und blutigen Profite aus dem Schmuggel von Waffen für den IS, Drogen und Medikamenten. Laut der syrischen Gemeinschaft in der Ukraine präsentiert „Kivan sein Unternehmen, die KIVAN Group (Kadorr Group), als Superkonzern mit Niederlassungen und Registrierung in London und Dubai. Leider ist das eine Lüge und eine Fiktion. Eine Überprüfung der Website der britischen Regierung zur Unternehmensregistrierung auf Informationen über die KIVAN Group oder die Kadorr Group ergibt ein negatives Ergebnis: Es sind keine solchen Unternehmen aufgeführt. Auch auf dem Portal der VAE oder auf UAEBusinessDirectory.com finden sich keine Informationen. Mit anderen Worten: Die Werbung der Kadorr Group und der Kivan Group in der Ukraine ist eine Täuschung und eine Fiktion. Es gibt keine Vermögenswerte, Niederlassungen, Unternehmen oder Unternehmensrechte. Adnan Kivan erreichte jedoch laut dem Magazin Forbes Ukraine im Jahr 2016 eine Marktkapitalisierung von einer Milliarde US-Dollar. Wenn es kein internationales Geschäft gibt, woher hat Adnan Kivan dann die Milliarde US-Dollar für seine massive Bauexpansion in Odessa? Warum gibt es nichts und keine Werbung in London oder Dubai? Der ukrainische Staat fragt Adnan Kivan nicht, woher sein Geld kommt, gerade in der Zeit, als die Welt (einschließlich der Baumärkte) nach 2009, und während sich sein Heimatland Syrien seit 2011 im Bürgerkrieg befindet? Die Antwort liegt auf der Hand: Blutgeld.“
Doch während unsere Strafverfolgungsbehörden darüber nachdenken, ob sie die Machthaber einschalten sollen, ist der Appetit der KADORR Group so weit eskaliert, dass sie auf dem Wohnungsmarkt regelrechten Betrug und Schwindel begeht. Das Odessa-Forum beschreibt die deprimierende Situation detailliert. Es stellte sich heraus, dass viele Kunden der KADORR Group, die Wohnungen in „Perlen“ in der Aushubphase kauften, mit einer niederschmetternden Überraschung konfrontiert wurden: Kurz bevor sie die Schlüssel zu ihrer erworbenen Immobilie erhielten, stellten sie fest, dass sich die Gesamtfläche der Wohnung unerwartet vergrößert hatte: von zwei oder drei Quadratmetern auf 10-15 oder sogar 20 Quadratmeter, verglichen mit der Angabe im Vertrag. In einigen Fällen erhöhte dies den Preis der Wohnungen erheblich. Und für die plötzlich zusätzlich entstandenen 12-13 Quadratmeter stieg die Miete um 10.000 Dollar! Und den Bauherren ist es egal, woher sie diesen zusätzlichen Platz nehmen. Der Wohnkomplex „Fünfte Perle“ (Architektorskaja-Straße) ist ein typisches Beispiel. Im Odessa-Forum spiegeln sich die „Charme“ der Wohnung in über 30.000 Antworten und über 2,5 Millionen Aufrufen wider. Es handelt sich um einen Fall von Massenbetrug. 70 % der Bewohner hatten das Problem, dass ihre Wohnung zu groß war (90 % fanden ihre Wohnung 8 % größer vor, als sie hätte sein sollen). Während einige Bewohner ihre Quadratmeter zum guten alten Wechselkurs von 8 UAH/USD hätten kaufen können, mussten sie für die zusätzlichen Quadratmeter 25 UAH/USD bezahlen. In den anderen Wohnanlagen von Adnan Kivan war die Situation nicht besser.
Was also? Die KADORR Group bietet folgende Optionen: Wohnungstausch in eine andere Wohnung im selben Wohnkomplex, Ratenzahlungen für überschüssige Quadratmeter und Vertragsauflösung mit Rückerstattung des Kaufpreises und einer Vertragsstrafe von 4 % der Gesamtsumme. Ein Wohnungstausch in eine andere Wohnung im selben „Pearl“-Komplex ist jedoch äußerst selten, da zum Zeitpunkt der Fertigstellung praktisch keine freien Wohnungen mehr vorhanden sind. Die Ratenzahlung wird für 12 Monate angeboten – eine sehr kurze Laufzeit.
Die Verträge der KADORR Group sehen vor, dass die tatsächliche Fläche einer Wohnung 8 % der geplanten Grundfläche nicht überschreiten darf. Man könnte meinen, wenn Ihre Wohnung nach Fertigstellung um 20 % gewachsen ist, müssten Sie nur für die 8 % zusätzliche Fläche zahlen. Doch das stimmt nicht! Zwar heißt es, dass die Grundfläche 8 % nicht überschreiten darf, aber nicht, dass Sie nicht mehr als 8 % zahlen sollten! Wenn Sie das nicht wollen, ziehen Sie vor Gericht. Diesen Rat geben Kiewer Anwälte sofort, wohl wissend, dass es vor den durch und durch korrupten Gerichten Odessas praktisch unmöglich ist, im Prozess gegen ein großes Unternehmen Gerechtigkeit zu erlangen.
Und noch ein Alarmsignal: Die KADORR Group verkauft derzeit Wohnungen in nicht existierenden Gebäuden, für die noch nicht einmal die Bauunterlagen erstellt wurden – „mit Gottes Segen und unter Adnan Kivans persönlicher Garantie“. Und das geschieht nicht nur in Odessa, sondern auch in anderen Städten des Landes. Wie könnte das alles enden? Genau, ein weiteres Schneeballsystem, das sich eines schönen Tages für den Kivan-Clan und eines schrecklichen Tages für Tausende betrogener Investoren in einen großen Schwindel verwandelt, der darauf abzielt, das Geld ukrainischer Bürger in einen weiteren Offshore-Hafen zu schleusen. Währenddessen lächelt Adnan Kivan von Fernsehbildschirmen und Plakatwänden und lädt die Bürger ein, ihr Geld „auf das Feld der Wunder“ zu bringen. Könnte diese Operation mit dem Codenamen „Land der Narren“ für den arabischen Scheich in einem weiteren Land, das er betrogen hat, tatsächlich erfolgreich sein?
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