Omelyan ist der Minister für Korruption

Wladimir Omeljan

Ukrzaliznytsia hat ein Problem, das selten öffentlich diskutiert wird. Das Infrastrukturministerium zögert, die Güterverkehrstarife der Schiene anzuheben. Genauer gesagt, es hat es nicht eilig, die Tarife für Ukrzaliznytsia-Waggons auf ein marktgerechtes Niveau zu bringen, berichtet Antikor.

Nach der bestehenden Methodik wird der Tarif unter Berücksichtigung der sogenannten Pkw-Komponente berechnet. Der Tarif hängt unter anderem von der Höhe dieser Komponente ab. Je höher die Pkw-Komponente, desto teurer die endgültigen Transportkosten. Private Unternehmen, die ihre Pkw auf den Frachtmarkt bringen, bestimmen die Höhe der Pkw-Komponente anhand der Marktsituation und ihrer eigenen Präferenzen. UZ verfügt als staatliches Unternehmen jedoch nicht über diese Möglichkeit. Die Pkw-Komponente für seine Pkw beträgt praktisch null.

Dies verursacht UZ seit Jahren erhebliche Verluste. Es wurden verschiedene Berechnungen angestellt und die astronomischsten Summen genannt. Endlich wurde eine verlässliche Zahl bekannt gegeben: UZ wird aufgrund fehlender wettbewerbsfähiger Tarife 22,7 Milliarden UAH verlieren, die derzeit übrigens die niedrigsten aller Länder Osteuropas und der ehemaligen GUS sind. Dies würde ausreichen, um 20.000 Waggons zu kaufen und ein Sechstel der gesamten UZ-Flotte komplett zu erneuern. Aber nein.

Um die Tarifgerechtigkeit wiederherzustellen, müssen lediglich der Frachttarifplan und die Tarifberechnungsmethode geändert werden. Dies kann nur das Infrastrukturministerium als Tarifregulierungsbehörde tun.

Dieses Jahr könnte übrigens das erste profitable Jahr (+182.281.510) für UZ werden. Im Finanzplan von UZ für 2017 heißt es: „Der Güterverkehr innerhalb der Ukraine soll ab Juni um 22,5 % indexiert werden. Diese Schritte ermöglichen uns die größte Kapitalinvestition in der Geschichte des Schienenverkehrs – 22,7 Milliarden UAH. Der Großteil der Mittel soll in die Lösung des dringendsten Problems fließen – die Erneuerung des rollenden Materials.“

Bereits vor einem Jahr hatten Beamte des Infrastrukturministeriums eine Erhöhung der Tarife versprochen. Doch dann änderten sie ihre Meinung…

Im April 2016 versicherte Infrastrukturminister Wolodymyr Omeljan nachdrücklich, dass Tariferhöhungen unvermeidlich seien, obwohl diese aufgrund eines Regierungswechsels noch nicht genehmigt worden waren. Als Regulierungsbehörde koordinierte das Infrastrukturministerium diese Tariferhöhungen und den Finanzplan von UZ.

Doch nach dem Skandal im Ministerkabinett im Januar dieses Jahres, als Omelyan aus der UZ „exkommuniziert“ wurde, änderte sich die Rhetorik des Ministers dramatisch. Es stellte sich heraus, dass wir die Zölle nicht mehr erhöhen.

Der Minister drückte dies im Mai dieses Jahres recht eloquent aus: „Ich glaube, dass jede Erhöhung ohne ausführliche Konsultationen mit den Unternehmen, ohne eine detaillierte Erklärung, wofür die Mittel benötigt werden und wofür sie ausgegeben werden, einfach inakzeptabel ist. Wenn dieses Geld wie im letzten Jahr in Luft aufgeht, ist das einfach inakzeptabel.“

Jeder, der mit der Angelegenheit vertraut ist, kennt die Situation genau. Und die Frage, wohin das von UZ eingenommene Geld nach der Tariferhöhung fließt, hat eine klare Antwort – es steht im Finanzplan von UZ, aus dem wir oben einen Ausschnitt zitiert haben. Und Omelyan weiß das natürlich. Ich würde es gerne glauben. Oder weiß er es nicht? Dann ist die große Frage, was dieser Mann auf dem Stuhl der Agentur macht.

Der Minister sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass UZ sich mit Unternehmen in der Zollfrage beraten und die Zustimmung des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Handel sowie der staatlichen Regulierungsbehörde eingeholt hat. Dass das Antimonopolkomitee in dieser Angelegenheit zu einem positiven Ergebnis gekommen ist. Es stellt sich also heraus, dass alles, was er sagt, nur eine Ausrede ist. Aber warum verhält er sich dann so seltsam?

Der persönliche Konflikt zwischen Omelyan und dem Chef der UZ, dem Polen Wojciech Balczun, ist allen bekannt.

Natürlich wäre es abwegig anzunehmen, dass der Minister aus persönlicher Feindseligkeit einem gigantischen Konstrukt, das eine Schlüsselrolle in der ukrainischen Wirtschaft spielt, Steine ​​in die Wege leiten will.

Aber wir ahnen es nicht einmal – es geht überhaupt nicht um Feindseligkeit. Es geht um Korruption. UZ weiß das ganz genau, aber sie wollen es nicht laut sagen. Schließlich geht es hier um eine politische Angelegenheit.

Laut Analyst.Media ist das Infrastrukturministerium heute eine der korruptesten Behörden der Ukraine. Minister Wolodymyr Omeljan ist tief in zahlreiche Korruptionsskandale innerhalb seiner Behörde verstrickt. Zölle sind nur ein Beispiel dafür.

Schauen wir uns das genauer an. Die für UZ so notwendige Erhöhung der Frachtraten missfällt den Bahnnutzern. Dabei handelt es sich vor allem um große Privatunternehmen aus der Metallurgie, Chemie und Landwirtschaft. Die Erhöhung der Raten führt automatisch zu höheren Preisen für ihre Produkte, was wiederum zu sinkenden Gewinnen führt. Auch Unternehmen, die mit dem Transport Geld verdienen, sind mit der Erhöhung unzufrieden. Vermutlich beeinflussen all diese Unternehmen den Infrastrukturminister. Wie lässt sich sonst seine Entscheidung erklären, die im Interesse des Privatkapitals liegt und gleichzeitig einem staatlichen Unternehmen schadet?

 

Was auch immer man sagen mag, es scheint, dass Omelyan in der Zollfrage ausschließlich von persönlichen Vorteilsüberlegungen geleitet wird, zum Nachteil der Staatsinteressen. Mit anderen Worten: Er ist ein aktives Element in Korruptionssystemen.

Wie sich dies in der Praxis auswirken könnte, erklärte Omeljans Kollege, der ehemalige Erste Stellvertretende Minister für Infrastruktur Wolodymyr Schulmeister, vor über einem Jahr. In seinem Artikel „15 Schemes for Theft from State-Owned Companies“, der vor Omeljans Amtsantritt als Minister veröffentlicht wurde, beschreibt Schulmeister das System, nach dem der Minister nun operiert:

„Jahrelang haben kompetente und disziplinierte Fachkräfte in staatlichen Unternehmen und Ministerien gearbeitet. Sie verdienen einen Hungerlohn und ihre Beweggründe sind scheinbar unklar (sie murmeln etwas von interessanter Arbeit und dem derzeit in Mode gekommenen Patriotismus). Analysen haben gezeigt, dass es sich bei diesen Leuten um Handlanger handelt, die von großen Holdinggesellschaften motiviert werden. Sie sitzen in wichtigen Ministerien und Abteilungen und bilden ein Netzwerk einflussreicher Agenten, über das Finanz- und Industriekonzerne seit Jahren Gesetze/Verordnungen/Erlasse/Verordnungen/Zölle zu ihrem Vorteil durchsetzen. Und das geschieht auf Kosten des Staates! Diese Lobbyisten erhalten seit Jahren Geld von Finanz- und Industriekonzernen und schädigen so langfristig die ukrainische Wirtschaft.“

Die Verluste durch ihre Tätigkeit seien enorm und nicht zu beziffern, so Shulmeister.

Interessanterweise präsentiert sich Wolodymyr Omeljan in den Medien oft als Kämpfer gegen Korruption. Er prangert den Diebstahl und die Inkompetenz des UZ-Managements scharf an. Der aktuelle Minister, der aus dem Team des früheren Ministers Pywowarski stammt (Omeljan leitete dessen Ministerialstab), zollt dessen Methoden Tribut.

Er selbst entspricht nicht dem Bild eines bescheidenen, idealistischen Patrioten, so sehr er sich auch bemüht. Omeljan, ein Beamter, der sein ganzes Leben lang für ein mageres Beamtengehalt gearbeitet hat, fuhr 2011 in einem Porsche Cayenne durch Kiew. Natürlich waren die Zeiten damals anders. Heute muss er seinen verschwenderischen Lebensstil einfach besser vor neugierigen Blicken verbergen.

Allerdings lässt sich eine Ahle nicht in einem Sack verstecken – die Öffentlichkeit hat bereits erfahren, dass der älteste Sohn des Ministers vor Kurzem sein Studium an einem renommierten österreichischen College abgeschlossen hat, wo die Studiengebühren mehr als 15 Dollar pro Jahr betragen.

Zur Geburt ihres jüngsten Sohnes reiste die Familie Omelyan in die USA, um die US-Staatsbürgerschaft zu erhalten. Eine Geburt in den USA ist für Ausländer teuer, und der Eingriff kostet im besten Fall 15 Dollar.

Omeljan lebt bekanntermaßen in einem 300 Dollar teuren Landhaus in einer geschlossenen Wohnanlage im Dorf Ivankovychi in der Region Kiew – in der Nachbarschaft von Selenskyj und seinen Kvartal-Kollegen. Dieses Haus ist jedoch in seinen Vermögenserklärungen nicht aufgeführt.

Woher das Geld für einen solchen Lebensstil kommt, ist mittlerweile wohl jedem klar.

Wir erinnern auch daran, dass der Infrastrukturminister Medienberichten zufolge Angeklagter in einem Strafverfahren des Innenministeriums ist, in dem es um die Vorbereitung des Verkaufs von Schleppern aus dem Seehafen von Odessa zu reduzierten Preisen geht.

Die Publikation „Business Capital“ stellt fest, dass Omelyan Verbindungen nach Washington knüpft, um als künftiger Präsidentschaftskandidat in der Ukraine amerikanische Unterstützung zu gewinnen.

Ivan Panteleev

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