Der Staatsanwaltschaft gelang es nicht, das Grundstück von einem in Moskau ansässigen Unternehmen – dem skrupellosen Pächter von Galeon – zu beschlagnahmen.

GaleoneDas Kiewer Oberhandelsgericht wies den Antrag der Kiewer Staatsanwaltschaft auf Kündigung des Pachtvertrags mit Galeon LLC für ein 0,87 Hektar großes Grundstück am Brovarsky Prospekt in der Hauptstadt zurück. Das Gericht fällte diese Entscheidung am 27. Mai.

KV erfuhr davon durch eine Nachricht auf dem Portal „Nashi Groshi“.

Der Pachtvertrag mit Galeon wurde bereits 2007 unterzeichnet. Dem Unternehmen wurde ein Grundstück (Katasternummer 8000000000: 66: 099: 0042) im Wert von 30 Millionen Griwna für zehn Jahre gepachtet. Laut Vertrag sollte das Unternehmen auf diesem Grundstück einen Sportkomplex mit Gastronomieeinrichtungen errichten.

Im Februar 2014 reichte die Staatsanwaltschaft Klage ein und forderte die Kündigung des Pachtvertrags mit Galeon. In der Klageschrift hieß es, eine Inspektion durch die Abteilung für Landressourcen der Kiewer Stadtverwaltung habe ergeben, dass auf dem Gelände keine Baumaßnahmen stattgefunden hätten. Darüber hinaus seien entgegen den Vertragsbedingungen nicht einmal Planungs- und Genehmigungsunterlagen erstellt worden.

Das Kiewer Handelsgericht gab der Klage statt und die Kiewer Staatsanwaltschaft meldete der Stadtgemeinde freudig die Rückgabe des Grundstücks aus der illegalen Nutzung.

Doch das Unternehmen legte gegen die Entscheidung Berufung ein und gewann.

Während der Anhörung stellte das Oberste Handelsgericht fest, dass Galeon gemäß der Vereinbarung mit dem Kiewer Stadtrat spätestens drei Jahre nach der staatlichen Registrierung des Pachtvertrags mit dem Bau beginnen musste. Die Nichteinhaltung dieser Bestimmung ist ein Grund für die Kündigung des Vertrags. Das Unternehmen argumentierte jedoch, es habe versucht, den Vertrag zu erfüllen. So beantragte es beispielsweise 2008 bei der Hauptdirektion für Stadtentwicklung und Architektur in Kiew eine Baugenehmigung. Es gelang dem Unternehmen jedoch nicht, die erforderlichen Dokumente zu erhalten.

Gelion erklärte außerdem, dass die Wirtschaftskrise von 2008 dazu beigetragen habe, dass das Unternehmen seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Dies habe das gesamte Finanzsystem des Landes und den Betrieb des Unternehmens drei Jahre lang beeinträchtigt. Seit 2013 arbeitet Gelion auf dem Gelände. So gab Gelion beispielsweise detaillierte Baupläne in Auftrag und versuchte, das Gelände gerichtlich von Grünflächen ausschließen zu lassen.

Diese Argumente wurden zuvor vom Berufungsgericht berücksichtigt und bildeten nun die Grundlage für die Entscheidung des Obersten Handelsgerichts, das keinen Verstoß gegen die Vertragsbedingungen durch Galeon LLC feststellte.

Die Gründerin von Galeon LLC ist Lidiya Shevchenko. Sie wurde 2009 Eigentümerin des Unternehmens; zuvor gehörte es Vladimir Yaskovets und Oleg Kharchenko.

Lidiya Shevchenko ist außerdem Miteigentümerin von Restaurant Complex LLC und Rinvest LLC, die beide von ihren Verwandten gegründet wurden. Shevchenko ist zudem Alleingründerin von Sun Stone LLC, Budremkom Plus LLC, Ida-Kev LLC und Absolut Sport LLC. Shevchenko fungiert zudem als Geschäftsführerin all dieser Unternehmen, die unterschiedliche eingetragene Adressen haben.

Galeon LLC wurde durch das Fällen von Bäumen im Kiewer Malyschko-Park öffentlich bekannt. Nach dem Skandal drohte Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko dem Unternehmen, das das Grundstück gepachtet hatte, mit der Haftung. Schewtschenko wurde sogar zur Polizei vorgeladen.

 

 

Kristina Schewtschenko, KiewVlast

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