Im nächsten Jahr ist keine Steuerreform zu erwarten, und das Haushaltsdefizit der Pensionskasse wird sinken, schreibt Geschäftskapital.
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Der Haushaltsentwurf für 2018 wurde, wie auch der vorherige Haushaltsentwurf der Regierung von Wolodymyr Hrojsman, pünktlich am 15. September der Werchowna Rada vorgelegt.
Die von DS um eine Stellungnahme zu dem Dokument gebetenen Experten verwendeten am häufigsten das Wort „realistisch“.
Alexander Paraschtschi, Leiter der Analyseabteilung der Investmentgesellschaft Concorde Capital, bezeichnete die Prognose der Haushaltseinnahmen als realistisch und fügte hinzu, dass die Schätzung des nominalen BIP der Regierung, die die Grundlage für die Berechnung der Einnahmen bildet, mit den Schätzungen von Experten übereinstimmt.
Irina Piontkowskaja, leitende Ökonomin am Zentrum für Wirtschaftsstrategie, bezeichnete den Haushalt als „im Großen und Ganzen realistisch“, während Ilja Neschodowski, Experte für das Reformpaket zur Wiederbelebung, ihn als „definitiv realistisch“ bezeichnete. Er wies darauf hin, dass dies durch die niedrige Ausgangsbasis und die positiven Trends im Einzelhandel und in der Industrieproduktion gestützt werde.
Laut Neschodowski wird sich das Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr fortsetzen, angetrieben von positiven Marktbedingungen, der Verfügbarkeit billiger Arbeitskräfte und Ressourcen. Der Kapitalabfluss, der während des Krieges begann, sei nun zum Stillstand gekommen. „Investoren interessieren sich für die Ukraine, und wenn wir das ausnutzen, werden sie kommen“, glaubt der Experte.
Der Haushaltsentwurf offenbart jedoch auch einige gefährliche Aspekte. Experten bezweifeln vor allem die Realisierbarkeit der geplanten Privatisierungserlöse. Dies ist nicht überraschend, da Pläne, Mittel aus dem Verkauf von Staatseigentum zu erwirtschaften, nicht gerade häufig umgesetzt werden.
Ein weiterer fragwürdiger Punkt ist die fehlende klare Aufschlüsselung der Kosten für die Rekapitalisierung staatlicher Banken (obwohl eine solche Rekapitalisierung bereits zur Tradition geworden ist) und des Einlagensicherungsfonds für Privatpersonen.
Laut Ilja Neschodowskij ist im Haushaltsentwurf zwar ein Inflationsziel von 7 Prozent vorgesehen, die Einhaltung dieses Ziels hänge jedoch von der Erhöhung der Gas- und Strompreise ab. „Sollten die Gas- und Strompreise deutlich steigen, wird dies zu einer höheren Inflation als geplant führen“, sagte er.
Experten bezweifeln zudem, dass der Griwna-Kurs auf dem geplanten Niveau von 30,1 UAH/USD gehalten werden kann. Sollte sich diese Prognose nicht erfüllen, gefährdet dies laut Oleksandr Paraschtschij die geplante Erhebung von Einfuhrzöllen. Gleichzeitig sei der geplante Wechselkurs laut Neschodowskij eher vorsichtig, da die Ukraine 2018 mit hohen Auslandsschuldenzahlungen konfrontiert sei, was den Devisenmarkt unter Druck setzen werde.
Die Situation könnte durch den Erlös aus der Platzierung von Eurobonds in Höhe von 3 Milliarden UAH verbessert werden, was die Belastung des Haushalts verringern und den Druck auf den Wechselkurs verringern wird.
Infolgedessen wird der Dollarkurs niedriger ausfallen als geplant. Dies könnte sich in diesem Jahr wiederholen, als der Haushaltsentwurf einen Wechselkurs von 27,8 UAH/USD zum Jahresende vorsah, der derzeit jedoch knapp über 26 UAH/USD liegt.
Der Haushaltsentwurf sieht eine Erhöhung des Mindestlohns von 3200 UAH auf 3723 UAH vor, was einer Steigerung von 16 % entspricht. Experten weisen darauf hin, dass der Mindestlohn schneller wächst als die Inflationsrate und die Wirtschaft selbst, was dem Pensionsfonds durch die Einkommenssteuer höhere Einnahmen beschert. Gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten, die die Haushaltsausgaben beeinflussen, langsamer als der Mindestlohn. Dies verschafft dem Finanzministerium eine Art „Sicherheitspolster“, d. h. Ressourcen für die Umverteilung.
Laut dem Haushaltsentwurf für 2018 werden die Ausgaben des Pensionsfonds um 8,8 % auf 326,3 Milliarden UAH steigen, während die Deckungsquote der Ausgaben durch die Einnahmen aus dem einheitlichen Sozialbeitrag voraussichtlich von 70,5 % auf 87,6 % steigen wird. „Und hier müssen wir zugeben – wir können Hrojsmans Rentenreform nach Belieben wegen ihrer Unvollständigkeit kritisieren, aber ihre positiven Auswirkungen auf die Haushaltsausgaben kurzfristig sind offensichtlich“, bemerkte Hryhoriy Kukuruza, Ökonom bei der IWF-Gruppe Ukraine. Gleichzeitig beklagen Ökonomen die Weigerung der Regierung, das Steuersystem in diesem Jahr zu reformieren. Gerade die Senkung der Steuerlast kann das Wirtschaftswachstum ankurbeln, doch im nächsten Jahr wird im Steuerbereich nichts Revolutionäres erwartet.
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