Welcher Verdächtigung wird der ehemalige Direktor des Kiewer Panzerwerks ausgesetzt?

Es sind Einzelheiten zum Skandal um den Kauf von gepanzerten Mannschaftstransportwagenrümpfen von einer Sicherheitsfirma durch das Kiewer Panzerwerk ans Licht gekommen.

Im Einheitlichen Register der Gerichtsentscheidungen sind Informationen erschienen, die Einzelheiten des Strafverfahrens gegen den Leiter eines Panzerwagenwerks enthüllen, der wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder festgenommen wurde.

Zur Erinnerung: Der Direktor des Kiewer Panzerwerks wurde bereits im Sommer verhaftet. Er sei „an der Veruntreuung und Veruntreuung von Geldern beteiligt“, kommentierte Generalstaatsanwalt Witali Jarema die Verhaftung. Diese Aussage folgte auf Berichte, wonach die Staatsanwaltschaft bei einer Inspektion des Werks den Verlust eines T-72-Panzers aus dem Besitz des Verteidigungsministeriums festgestellt hatte. Der Wert des fehlenden Panzers wurde auf 200 Griwna geschätzt.

Die Vorwürfe gegen den Topmanager gehen allerdings auf einen anderen Vorfall zurück. Im Juni hatte das Werk vereinbart, 20 BTR-3E1-Rümpfe an das in Odessa ansässige Privatunternehmen „SPETS-KOM-YUG“ zu liefern. Dieses stellt diese Panzer nicht selbst her und besitzt nicht einmal die nötige Lizenz zum Verkauf militärischer Güter.

Der Werksleiter wird verdächtigt, im vergangenen Sommer mit seinem Stellvertreter konspiriert zu haben, um 12 Millionen Griwna an ein privates Unternehmen zu überweisen, um damit Panzerwagenrümpfe zu bezahlen. Den Akten zufolge widersetzte sich die Hauptbuchhalterin dem mit der Begründung, diese Entscheidung müsse mit dem staatlichen Konzern Ukroboronprom abgestimmt werden. Der Leiter soll ihr jedoch mit Entlassung gedroht haben.

Die Anwälte des Werks entwarfen einen Vertrag mit der GmbH SPETS-KOM-YUG über die Lieferung von Rümpfen nach dem Vorbild zuvor abgeschlossener Verträge mit dem Schmiede- und Maschinenbauwerk Losowski. Offenbar hatte dieses Unternehmen zuvor bereits Rümpfe an das Kiewer Panzerfahrzeugwerk geliefert. Ende Juni wurden die Gelder an das Unternehmen in Odessa überwiesen. Die Ware kam jedoch nie in der Hauptstadt an.

Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass die Hauptaktivitäten von SPETS-KOM-YUG Ermittlungen und Sicherheit sind. Darüber hinaus befindet sich das Unternehmen nicht an seinem eingetragenen Firmensitz, ist kein Hersteller von gepanzerten Mannschaftstransportwagen, besitzt keine Lizenz zum Verkauf militärischer Güter und weist Anzeichen dafür auf, dass es sich um eine fiktive Firma handelt.

Im Juli reichte der Leiter der Ermittlungsabteilung der Militärstaatsanwaltschaft für die Zentralukraine beim Kiewer Bezirksgericht Petschersk einen Antrag auf Verhaftung des Firmenchefs ein. Das Gericht gab dem Antrag statt. Die Kaution wurde auf 12,18 Millionen Griwna festgesetzt.

Derzeit leitet die Militärstaatsanwaltschaft rechtliche Schritte gegen die Vertragsparteien ein und fordert die Kündigung des 12-Millionen-Rubel-Vertrags sowie die Rückzahlung von 12 Millionen Griwna durch SPETS-KOM-YUG. Das Unternehmen gibt nicht nach und beantragt zudem eine gerichtliche Anordnung zur Verschiebung der Auslieferung der Rümpfe.

Information:

Nach Angaben des staatlichen Unternehmens „Informations- und Ressourcenzentrum“ wechselte die Firma „SPETS-KOM-YUG“ nach der Verhaftung des Direktors des Panzerfahrzeugwerks ihren Besitzer. Seit dem 18. August ist Olga Pogorelaya Eigentümerin. Die Stammeinlage des Unternehmens beträgt 120 Griwna.
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