Die Kiewer Staatsanwaltschaft bremst ein weiteres Strafverfahren.

Pavel Ovcharenko

Quellen aus der Hauptermittlungsabteilung des Innenministeriums zufolge versucht die Kiewer Staatsanwaltschaft, die gegen den umstrittenen Geschäftsmann Pawlo Owtscharenko eingeleiteten Strafverfahren auf Eis zu legen.

In den vergangenen zwei Monaten waren die Ermittler unter der Leitung des Kiewer Staatsanwalts Serhij Juldaschew in mehreren Fällen kurz davor, Owtscharenkos Schuld nachzuweisen. Doch kürzlich änderte sich die Ermittlungsrichtung grundlegend: Der Fall ist ins Stocken geraten. Quellen zufolge kam der Wind der Veränderung aus Juldaschews Büro, das wiederum Anweisungen von Witalij Jaremas Stellvertreter Mykola Gerassimjuk erhält. Ursprünglich sollte die Owtscharenko-Akte an die Ermittlungsbehörden in der Region Luhansk übergeben werden, wo sie anschließend einfach „von Separatisten vernichtet“ oder schlimmstenfalls „in der gefangenen Staatsanwaltschaft verbrannt“ werden könnte.

Sergej Juldaschew

Berichten zufolge wurde dieses Szenario von Stellvertreter Mykola Gerassimjuk initiiert, dessen Hauptaufgabe darin besteht, bei der Einstellung der Verfahren gegen Owtscharenko für „maximale Gesetzeskonformität“ zu sorgen und dem Geschäftsmann die Rückkehr in die Ukraine zu ermöglichen. Es wurde beschlossen, den Fall an die Ermittlungsbehörden in der weit entfernten Region Charkiw zu übergeben. Sollte sich zudem jemals herausstellen, dass die Charkiwer Strafverfolgungsbehörden die Strafverfahren gegen den berüchtigten Geschäftsmann eingestellt haben, könnte die Schuld den separatistischen Stimmungen der lokalen Behörden zugeschrieben werden. Man kann also nur vermuten, warum Staatsanwalt Juldaschew und Gerassimjuk, die die Ermittlungen gegen Owtscharenko so aktiv initiiert hatten, den Fall nun hinauszögerten. Im Bild: Pawlo Owtscharenko und der Kiewer Staatsanwalt Serhij Juldaschew.

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