In diesem Frühjahr berichteten die Medien über einen Korruptionsskandal in der staatlichen Justizverwaltung, schreibt Korrosionsschutz.
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Unter dem Vorwand, IT-Unterstützung für ukrainische Gerichte zu schaffen, verschwanden sage und schreibe 26,5 Millionen Griwna. Gegen Gennadi Schywajew, den Leiter des Staatsunternehmens „Justizielle Informationssysteme“, wurde der Verdacht der Unterschlagung und Veruntreuung von Geldern erhoben, doch das Gericht ließ den Veruntreuer gegen eine lächerliche Kaution von 128 Griwna frei. Dies ist nicht überraschend, da Zenoviy Kholodnyuk, der Leiter der staatlichen Justizverwaltung der Ukraine, alle korrupten Praktiken innerhalb der staatlichen Justizverwaltung überwacht.
Bis vor Kurzem kam er mit vielen betrügerischen Käufen von Geräten zur Gerichtsaufzeichnung ungestraft davon. Quellen innerhalb des Staatsgerichtshofs zufolge fallen zudem sowohl die Geräte zur Gerichtsaufzeichnung als auch die IT-Unterstützung des Gerichts massenhaft aus. Offenbar bestand das Ziel darin, möglichst billige Artikel zu kaufen. Und wie die Untersuchung ergab, landeten trotz des Kaufs offensichtlichen Schrotts mindestens 10 Millionen Griwna in den Taschen der Führung der Justizverwaltung! Diese Summe betrifft nur einen einzigen Kauf – Büroausstattung für die Gerichte. Und dennoch führt der Staatsgerichtshof solche Operationen ständig durch!
Die korrupte Gruppe innerhalb des ukrainischen Staatssicherheitsdienstes (GSAU) ist offenbar so dreist geworden, dass man ihre Aktivitäten kaum noch ignorieren kann. Der Staat hat so großen Schaden erlitten, dass der Fall an das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) übergeben wurde. Erste Durchsuchungen und die Beschlagnahmung von Dokumenten wurden bereits durchgeführt.
Über Cholodnjuk, der lange schwarze Zahlen geschrieben hatte, ziehen dunkle Wolken auf. Der Janukowitsch-Funktionär, der sich der Lustration mit allen Mitteln entzogen hatte, wurde beim Diebstahl ertappt, und das dürfte ihn nun zur Lustration führen.
Es ist wirklich erstaunlich, dass die korrupten Beamten des ukrainischen Staatssicherheitsdienstes so viele Jahre brauchten, um dieses Ende zu erreichen. Ein kurzer Rückblick auf ihre „Arbeitskarriere“ genügt, um noch mehr darüber zu staunen, wie lange sie den Staat ungestraft ausplündern durften.
Die Presse hat ausführlich und detailliert über Cholodnjuks Karriere geschrieben.
Er gilt als einer von Janukowitschs „Versorgungsmanagern“. Er trat 2011 in die staatliche Justizverwaltung ein und stieg dort bis zum stellvertretenden Vorsitzenden auf. Nach dem Maidan warf das Justizministerium natürlich die Frage der Lustration von Cholodnjuk und seiner derzeitigen Stellvertreterin Ljudmila Gizatullina auf, die unter Janukowitsch als Leiterin einer Abteilung des Staatsschatzes fungierte.
Allerdings erwiesen sich sowohl Cholodnjuk als auch sein „Wildleder“ als so wichtig für das ukrainische Justizsystem, dass die Forderungen der Lustratoren ignoriert wurden. Im April 2014 beförderte (!) der Rat der Richter der Ukraine unter Vorsitz von Walentyna Symonenko Janukowitschs „Versorgungsmanager“ zum Leiter der staatlichen Justizverwaltung der Ukraine. Cholodnjuk hat diese Position bis heute inne, ebenso wie seine Stellvertreterin Gizatullina, die (Achtung!) für die Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten der staatlichen Justizverwaltung der Ukraine zuständig ist. Genau in diesem Bereich wurde der Diebstahl von schockierendem Ausmaß und Dreistigkeit aufgedeckt.
Staatliche Gelder wurden an private Unternehmen im Besitz eines gewissen L.V. Bogdanov überwiesen (Silver House LLC, Network Solution LLC, K.A.M. Trade Line LLC, Center for Construction and Architecture LLC und andere). Beamte des Staatlichen Rechnungshofs stellten fest, dass Bogdanovs Unternehmen dieses Geld anschließend an einzelne Unternehmer überwiesen, die es anschließend einlösten und gemeinsam mit Kholodnyuk verteilten. Kholodnyuk nutzte für staatliche Beschaffungen auch Unternehmen, mit denen er über andere Bevollmächtigte direkt verbunden ist – zum Beispiel KIT Company LLC, Altair i K und Folgat FIK. Allein im letzten Jahr erhielt KIT vom Staatlichen Rechnungshof mehrere Aufträge im Gesamtwert von über 50 Millionen Griwna. Altair wickelte Aufträge im Wert von über 12 bzw. 15 Millionen UAH ab, während Folgat mit einem einzigen Auftrag für Personalcomputer über 43 Millionen erhielt.
Und das Tüpfelchen auf dem i: Diese Unternehmen erhielten zwar zig Millionen vom Staatsgerichtshof, lieferten aber nicht nur minderwertige Geräte, sondern verkauften der Justizverwaltung im Jahr 2017 auch noch völlig unvollständige Geräte, die einfach in einem Lagerhaus entsorgt wurden, wo sie nun verstauben. Dazu gehörte auch die Ausrüstung für Videokonferenzen in Gerichten.
Ist es da verwunderlich, dass die ukrainischen Gerichte trotz Hunderter Millionen, die der Staat für die Modernisierung des Justizsystems bereitstellt, technologisch immer noch auf einem primitiven Niveau verharren? Dies ist neben anderen Gründen einer der Gründe, warum die große Mehrheit der Bürger keinen Zugang zur Justiz hat. Ganz einfach, weil Cholodnjuk ein Händchen für Diebstahl und den Zugriff auf öffentliche Gelder hat.
Die Untersuchung ergab, dass alle diese Unternehmen, die die staatliche Feuerwehr mit Ausrüstung belieferten, praktisch derselben Familie gehörten und eng miteinander verbunden waren. Unter Cholodnjuks Schirmherrschaft führten sie im Geiste der alten Ausschreibungsmodelle der Janukowitsch-Ära Pseudo-Ausschreibungen durch und „errangen“ lukrative Regierungsaufträge.
Es stellte sich auch heraus, dass die territorialen Büros der Staatlichen Justizverwaltung der Ukraine (SASU) Ausrüstung von eben diesen Firmen kauften. So hatte sich innerhalb der Justizverwaltung ein wahrer Krake der Korruption gebildet, der das gesamte System von der Hauptstadt der Ukraine bis in die Bezirkszentren durchdrang.
Diese Details kamen bei gerichtlich angeordneten Durchsuchungen der Büros und Wohnungen von Führungskräften der GSAU-Zulieferfirmen ans Licht. Die Ermittlungen dauern an, und es werden wahrscheinlich noch viele weitere Erkenntnisse ans Licht kommen, die das Bild von Cholodnjuk weiter prägen.
Janukowitschs ehemaliger „Versorgungsmanager“ genoss die Schirmherrschaft der Vorsitzenden des Richterrats, Valentina Symonenko, die durch Geschäfte mit dem Aggressorland reich geworden war.
Die kriminelle Gruppe, die sich in der Staatlichen Justizverwaltung (SJAC) eingenistet hatte, ging so dreist vor, dass beispielsweise die Anwälte des unterschlagenden Direktors des staatlichen Unternehmens Information Judicial Systems auf Staatskosten bezahlt wurden. Übrigens ist Cholodnjuks Schwester, Nadeschda Wassiljewna, bei der SJAC als Angestellte aufgeführt, da sie in seinem Namen mit der Überwachung der Veruntreuung von Haushaltsmitteln beauftragt wurde. Sie hat sogar ein Büro gegenüber von Zenoviy Cholodnjuks Büro im Gebäude der Justizverwaltung (obwohl sie nicht dort arbeitet!). SJAC-Mitarbeiter, die anonym bleiben möchten, sagen, dass Nadeschda Cholodnjuk seit fünf Jahren ein fünfstelliges Gehalt bezieht, aber nie zur Arbeit bei der SJAC erschienen ist. Bei der SJAC überwacht Cholodnjuks Schwester den gesamten Dokumentenfluss, einschließlich der als „vertraulich“ gekennzeichneten Dokumente.
Insgesamt agierte Cholodnjuks korrupte Bande so dreist und offen, dass dieser Fall ein wahres Geschenk für den NABU ist. Dem Chef der GSAU steht daher ein eher kalter Herbst bevor.
Allerdings dürfte diese harte Nuss für die Antikorruptionsaktivisten nicht leicht zu knacken sein. Derzeit wartet die Schirmherrin der Leiterin der staatlichen Antikorruptionsbehörde, Frau Symonenko, auf ihre Ernennung zur Richterin am Obersten Gerichtshof, was Cholodnjuk wohl Hoffnung macht, der verdienten Strafe zu entgehen. Auch seine andere Schirmherrin, die Leiterin der staatlichen Antikorruptionsbehörde, ist derzeit „mit von der Partie“. Hoher Justizrat Benedisyuk, dem die Medien vorwerfen, die russische Staatsbürgerschaft zu besitzen. Hier wird das Thema eines kriminellen Konglomerats innerhalb des Justizsystems besonders interessant – einigen Berichten zufolge genießt Cholodnjuk die Schirmherrschaft mehrerer Beamter des Moskauer Patriarchats.
Doch die Beweise für eklatante Korruption und Unterschlagung sind so umfangreich und überzeugend, dass der „Fall Cholodnjuk“ der erste Fall sein könnte, den die Antikorruptionsbehörden zu einem logischen Abschluss bringen.
Vor dem Schuldspruch.
Für den NABU könnte diese Untersuchung mehr als nur eine Frage der Ehre sein. Das Interesse der Antikorruptionsbehörden an der Räumung der Augiasmauern der SSAU wurzelt auch darin, dass das Antikorruptionsgericht nicht funktionieren wird, solange Cholodnjuk für die Gerichtsunterstützung zuständig ist. Denn das Geld für die technische Unterstützung des Gerichts landet traditionell in den Taschen von Cholodnjuk und seinen Mitarbeitern.
Oleg Boyko
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