Das Leben und der Tod von Rodovid

Wir werden über den Informationskampf im September zwischen dem Finanzministerium und der ihm unterstellten Rodovid Bank sprechen.

 
Dank der Öffentlichkeit und der Presse wurde dem Finanzministerium drei Jahre später klar, dass seine Bank die ihm zugewiesene Funktion als Sanierungsbank nicht erfüllte.
Das Finanzministerium stellte sich die Frage: Soll Rodovid liquidiert werden?
Er veröffentlichte sogar eine entsprechende Erklärung auf seiner Website. Darin hieß es bescheiden, der Staat habe 12,35 Milliarden Griwna für die Kapitalisierung von Rodovod ausgegeben.
Rodovid reagierte darauf und veröffentlichte auf seiner Website Informationen darüber, wie viel Gutes das Unternehmen bereits für den Staat geleistet hatte. Darüber hinaus war das Unternehmen bereit, dies in besonders großem Umfang fortzusetzen. Es legte die Zahlen dar und argumentierte.
Schauen wir uns diese Zahlen und den Jahresabschluss von Rodovod für die dreijährige Reorganisation genauer an. Was nützt das?
Ganz oben in den Informationen befindet sich eine Tabelle mit dem Titel „Arbeiten mit dem Kreditportfolio der Bank“. Sie ist in großer Schrift hervorgehoben, sodass alle Erfolge sichtbar sind. Nach der Überprüfung der Zahlen stellt sich jedoch die Frage: Ist das eine Leistung oder ein Verbrechen?
In den vergangenen drei Jahren hat die Bank es versäumt, jeden vierten ihrer 2.500 Gerichtsverfahren an die Strafverfolgungsbehörden weiterzuleiten. Warum? Wurde eine Schmiergeldzahlung ausgehandelt?
Was als nächstes passiert, ist noch interessanter.
Rodovid beansprucht die Überweisung von 4 Milliarden UAH in Form von Einzeleinlagen an die Oschadbank sowie die im gleichen Betrag erhaltenen Staatsanleihen für sich.
Aber hat der Staat diese Überweisung und die Zahlungen nicht aus der Staatskasse finanziert? Oder meint Rodovid, dass er diese Gelder gestohlen haben könnte, wie die vorherige Refinanzierung in Höhe von 8 Milliarden UAH?
Dann folgen Informationen über „pünktliche“ Zahlungen an die NBU, Banken und Kunden. Hier erfahren wir, dass Rodovid von den erhaltenen 12,35 Milliarden UAH an Refinanzierung bereits satte 405 Millionen UAH oder 3 % an die NBU zurückgezahlt hat. Einfach königliche Großzügigkeit. Insgesamt ergibt sich ein sehr interessantes Bild.
In den letzten drei Jahren hat die Bank 1.636,77 Millionen UAH von Schuldnern zurückgefordert. Davon gingen 405 Millionen UAH an die NBU, 200 Millionen UAH an juristische Personen, 320 Millionen UAH an andere Banken und 60 Millionen UAH an Einleger. Weitere 560 Millionen UAH verbleiben.

Im Laufe der Jahre hat Rodovid bescheidene 260 Millionen Griwna für seinen eigenen Unterhalt ausgegeben. Bleiben also 300 Millionen Griwna, die irgendwie verloren gegangen sind. Vielleicht sollte die Generalstaatsanwaltschaft nachfragen, wo dieses „Kleingeld“ geblieben ist?
Kommen wir nun zurück zu den Ausgaben der Rodovod. Nach eigenen Angaben der Bank wurden die Verwaltungs- und Geschäftskosten in den letzten drei Jahren um das Dreifache gesenkt. Das ist eine Lüge. Ein Blick auf die Ausgabentabelle der Bank für die letzten drei Jahre lohnt sich.
Indikatoren der „Rodovid Bank“, Millionen UAH

Quelle: Rodovid Bank
Wir sehen, dass die Ausgaben von Rodovid mit 260 Millionen UAH praktisch unverändert bleiben. Und das trotz der Schließung von 147 der 150 Filialen der Bank. Die Daten stammen von der NBU-Website. Wen also versucht Rodovid zu täuschen? Uns, das Finanzministerium, die NBU oder alle zusammen?
Eine weitere merkwürdige Kurve in der Grafik zeigt die Verluste von Rodovod. Sie waren zunächst rückläufig, stiegen aber plötzlich wie von Zauberhand sprunghaft an und erreichten 2014 250 Millionen Griwna. Wo ist das ganze Geld geblieben? Wieder eine Frage an die Generalstaatsanwaltschaft.
Rodovid veröffentlichte eine Reihe von Zahlen und erklärte, man sei bereit, „notleidende Vermögenswerte von staatlichen und rekapitalisierten Banken anzunehmen, um das Volumen der Problemschulden zu reduzieren und so zur Erholung des Bankensystems des Landes beizutragen.“
Betrachtet man Rodovods Erfolge, wird einem klar, dass es, sollte es – Gott bewahre – zur Erholung des ukrainischen Bankensystems beitragen, schlichtweg untergehen wird. Es ist Zeit für das Finanzministerium, im Informationskrieg mit Rodovod eine Revanche zu nehmen und dieses finanzielle „schwarze Loch“ endlich zu beseitigen.
Michail Strelnikow,  Epravda

Abonnieren Sie unsere Kanäle in Telegramm, Facebook, Twitter, VC — Nur neue Gesichter aus der Sektion KRYPTA!